Hamas-Kommandeur flieht nach Israel

Kommandeur der Marine-Eliteeinheit der Hamas soll schon seit mehreren Jahren mit Israel kooperiert haben

von Aviel Schneider

Ein hochrangiger Kommandeur der Kassam-Brigaden aus dem Gazastreifen ist auf einem Schlauchboot der israelischen Sicherheitskräfte nach Israel geflohen. Über die Aktion, die wie ein Krimi anmutet, haben zuerst arabische und später auch israelische Medien tröpfchenweise Meldungen durchsickern lassen.

Der Hamas-Kommandeur hatte Abhörgeräte und seinen Laptop mit top geheimen Dokumenten aus den inneren Kreisen der Hamas-Führungsspitze bei sich. Ein Volltreffer für den israelischen Geheimdienst Mossad! Die libanesische Tageszeitung Al-Akhbar meldete, die Hamas habe „ein gefährliches Spionagenetz der Israelis im Gazastreifen aufgedeckt“. Der Meldung zufolge soll die Hamas IS-Dschihadisten im Gazastreifen festgenommen haben, die verdächtigt werden, innerhalb des Gazastreifens Selbstmordanschläge auszuführen, und zwar im Auftrag für Israel. Ob dies stimmt oder nicht, ist eine andere Sache. Grundsätzlich besteht eine Spannung zwischen Hamas und IS-Dschihadisten im Sinai, aber auch allgemein gibt es zwischen ihnen Konflikte. Hamas-Anhänger sind Sunniten, die vom schiitischen Regime im Iran finanziert werden, und die IS-Dschihadisten sind Sunniten, die einen Heiligen Krieg gegen Schiiten und ihre Kollaborateure führen, dazu zählt auch die Hamas.

Ohne Spionage funktioniert kein Krieg

Der saudische Fernsehsender Al-Arabiya legte schließlich den Namen des Überläufers auf den Tisch: Mohamed Omar Abu Ajwa. Er war Kommandeur der Marine-Eliteeinheit, die im abgeriegelten Küstenstreifen dafür ausgebildet wurden, Israel vom Wasser aus und vom Küstenstreifen her anzugreifen und Anschläge auszuführen. Der entflohene Kommandeur soll laut Al-Arabiya nicht nur wichtige Informationen über den Aufenthalt der Hamasführer preisgegeben haben, sondern ebenso über versteckte Raketenlager im Gazastreifen ausgepackt haben. Zudem verriet er Trainingslager der Hamasterroristen und die genauen Orte, wo politische und militärische Führer der Hamas übernachteten.

Verschiedene Quellen berichten, Abu Ajwa habe schon seit etlichen Jahren mit Israel kooperiert. Aus unseren Quellen in Jerusalem und Ramallah wurde Israel Heute mitgeteilt, dass die mysteriösen Explosionen im Iran, 14 an der Zahl, mit den streng geheimen Informationen auf dem Laptop von Abu Ajwa zu tun haben. Mehr dürfe darüber aber nicht gesagt werden.

Über den genauen Zeitpunkt der Flucht gibt es keinerlei Angaben. Seine Familienangehörigen musste er zurücklassen, sie konnten vom israelischen Geheimdienst wahrscheinlich nicht gerettet werden. Üblicherweise hilft der Mossad auch den Familienangehörigen von palästinensischen Spionen zur Flucht. Das sind oft komplizierte Operationen, denn das Schicksal für die Hinterlassenen ist schrecklich.

Abu Ajwa ist der zweite hochrangige Befehlshaber der Hamasspitze, der für Israel spioniert hat und im letzten Moment entfliehen konnte. Vor ihm war einem Funktionär namens Mahmoud die Flucht gelungen, er war für das gesamte Funknetz im palästinensischen Terrornetz im Nordbereich vom Gazastreifen verantwortlich.

Hamas in Panik

Aus palästinensischen Quellen und Zeitungsberichten geht hervor, dass die Hamasführung in Panik ist, da Israel nun tiefer in das geheime Terrorsystem der Hamas eingedrungen ist. Infolge wurden zahlreiche Verhaftungen in den Reihen der Kassam-Brigade vorgenommen. Etliche Hamas Kommandeure wurden heimlich verhört und zahlreiche Leibwächter aus den Sicherheitseinheiten der Hamas entlassen. Zudem sind führende Hamas-Mitglieder von heute auf morgen umgezogen.

In diesen Tagen wird jedes hochrangige Hamas-Mitglied verdächtigt, mit Israel zu kooperieren. Ein Schlag unter die Gürtellinie für das terroristische Hamasregime. Hamas-Chef Ismail Haniya hat nun die Untersuchungen in den Reihen der Hamas Brigaden höchstpersönlich in seine Hände übernommen. In Israel wie auch im Gazastreifen wird allerdings nicht viel darüber gemeldet. Zur Erinnerung, diese neusten Entwicklungen spielen sich im Schatten der Verhandlungen über den Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas ab.

Wer einen Einblick in den Spionagekrieg Israels in den Palästinensergebieten erhalten möchte, dem sei die israelische Serie „Fauda“ auf Netflix empfohlen.

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