Coronavirus – Geschäfte und Restaurants geschlossen

Das öffentliche Leben in Israel schaltet einen weiteren Gang runter im Kampf gegen das Coronavirus

Letzten Berichten zufolge haben sich 200 Israelis mit dem Coronavirus infiziert. Aber im Gesundheitsministerium glaubt man, dass die Zahl der am Virus erkrankten Menschen in Israel weitaus höher liegt, eventuell sogar bis zu zehnmal so hoch. Denn es werden nur die Fälle gemeldet, die durch einen Test nachgewiesen wurden. Ab heute sollen nun mindestens 2000 Tests durchgeführt werden, was die Zahl der infizierten wohl deutlich ansteigen lassen wird.
Alex Kolomoisky POOL

Benjamin Netanjahu gestern auf der Pressekonferenz

Gestern Abend gab Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weitere Schritte bekannt, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen oder sogar zu verhindern. Zu den neuen Anweisungen gehört das Verbot von Versammlungen von mehr als zehn Menschen in einem Raum. Auch soll auf einen Abstand von zwei Metern zwischen anderen Menschen geachtet werden, um die Übertragung des Virus zu vermeiden.

Als Folge dieser Anweisungen sind ab heute alle Geschäfte, Einkaufszentren, Restaurants, Vergnügungsorte wie Freizeitparks, Theater, Kinos oder Fitnesszentren geschlossen. Nur Lebensmittelgeschäfte, Banken, Apotheken und Tankstellen bleiben weiter geöffnet. Auch die Krankenkassen werden natürlich offen bleiben. Wer jedoch Symbole wie trockenen Husten oder Fieber hat, wird aufgefordert, sich telefonisch in Verbindung zu setzen und auf keinen Fall allein zu einem Arzt zu gehen. Bereits am Donnerstag wurde der Unterricht in Schulen und Universitäten eingestellt. Ab heute sind auch die Kindergärten geschlossen.

Auch soll die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gemieden werden. Wer nicht unbedingt aus dem Haus gehen müsse, solle dies auch nicht tun, sagte Netanjahu. Das Zahlen mit Bargeld wird nicht mehr möglich sein, um eine Infizierung des Fahrers zu vermeiden. Auch wird die Zahl der Fahrgäste in Bussen eingeschränkt. Netanjahu sagte weiter, das jeder, der nicht physisch an seinem Arbeitsplatz sein muss, von zu Hause aus arbeiten solle.

Die israelische Armee forderte die Soldaten der Kampfeinheiten auf, am heutigen Sonntag in die Basen zurückzukehren und sich auf eine längere Aufenthaltszeit dort einzustellen, mindestens für die nächsten 28 Tage. Sämtliche Urlaube wurden gestrichen.

Coronakranke können nun mit digitalen Mitteln überwacht werden, um sicherzugehen, dass sie sich in der Isolierung aufhalten.

In der Erwartung der neuen Anweisung von gestern Abend gab es bereits ab Freitag einen gewaltigen Ansturm auf die Supermärkte. Die Angst vor einer eventuellen Ausgangssperre wie in Italien und Spanien führte zu Hamsterkäufen. Besonders Toilettenpapier, Nudeln und Konserven standen ganz oben auf der Einkaufsliste und waren in vielen Supermärkten ausverkauft.

Die Versicherung von Wirtschaftsminister Eli Cohen, wonach Israel ausreichend Reserven für ein ganzes Jahr habe, konnte die Israelis nicht überzeugen. So standen sie nach der Ansprache von Netanjahu und nach der Aufforderung, Abstand voneinander zu halten, in langen Schlangen vor den Eingängen der Supermärkte und brachten sich damit in Gefahr, angesteckt zu werden.

Es wird angenommen, dass die Schritte in den nächsten Tagen noch weiter verschärft werden könnten, je nachdem, wie hoch die Zahl der mit dem Virus infizierten ansteigen wird.

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