Iran verurteilt friedliche Aktivistin zu 11,5 Jahren Haft und 74 Peitschenhieben

Ein Teheraner Gericht hat eine Aktivistin für Arbeiterrechte zu 11,5 Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt

Sie hatte an den friedlichen Demonstrationen zum Tag der Arbeit am 1. Mai in Teheran teil genommen, berichtet die Menschenrechtsgruppe Iran Human Rights Monitor.

Atefeh Rangriz, eine Forscherin, befindet sich nun im Qarchak Gefängnis. Ihre Verhandlung war am 5. August.

Der berüchtigte Richter Mohammad Mogheiseh in Abteilung 28 des iranischen Revolutionsgerichtes verurteilte Rangriz und das Urteil wurde ihrem Anwalt am 31. August übergeben.

Rangriz war eine der 36 Aktivisten, die bei der Demonstration vor dem iranischen Parlament in Teheran verhaftet wurden. Die Demonstration wurde gewaltsam von Geheimdienstagenten und Sicherheitskräften des Regimes aufgelöst.

Rangriz befand sich mehrere Wochen in Sektion 209 im Evin Gefängnis in Einzelhaft und ihrer Familie wurde der Zutritt zu ihr verweigert. Danach wurde sie mehrfach verhört, wo Agenten sie zwingen wollten, zu „gestehen“, dass sie die Proteste mit dem Ziel geplant hatte, die nationale Sicherheit zu gefährden. In dieser Zeit erhielt sie keinen Zugang zu einem Anwalt.

Am 8. Juli – nach mehreren Wochen der Verhöre – wurde sie zum Büro des Staatsanwaltes im Evin Gefängnis gebracht. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass sie wegen „Versammlung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“, „Verbreitung von Propaganda gegen das System“, „Störung der öffentlichen Ordnung“ und „Behinderung von Sicherheitskräften“ angeklagt wird.

Mitte Juli kam sie in Qarchak Gefängnis nahe Teheran. Am 15. August schrieb sie einen offenen Brief, in dem sie die Gefängnisbedingungen als „Hölle“ bezeichnete und sagte, dass jeder Wärter bis zu 150 Insassen kontrollieren muss. 12 Insassen seien in einer „Hütte“ eingesperrt, die gerade einmal 8qm² groß sei.

Einige der mit Rangriz verhafteten Aktivisten sind frei gelassen worden. Andere erhielten Haftstrafen, wie der Journalist und Student Marzieh Amiri, der zu 10, 5 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt wurde.

In einem ähnlichen Fall wurden zwei Angestellt der Teheraner Busgesellschaft zu Haftstrafen und Auspeitschungen verurteilt, weil sie an friedlichen Protesten zum Tag der Arbeit teil genommen hatten.

Nasrin Javadi, eine Arbeiterin im Ruhestand, bekam 7 Jahre Haft und 74 Peitschenhiebe, der Busfahrer Rasoul Taleb Moghadam 2 Jahre Haft und 74 Peitschenhiebe sowie 2 Jahre Exil und er darf sein Mobiltelefon nicht mehr benutzen.

Parvin Mohammadi, der Vizepräsident der Freien Gewerkschaft der iranischen Arbeiter, wurde zu einem Jahr Haft werden „Propaganda gegen den Staat“ nach der Teilnahme an den Protesten zum Tag der Arbeit in Karaj verurteilt.

Über 80 Gewerkschaften in aller Welt protestierten gegen die Strafen, welche die Demonstranten am iranischen Tag der Arbeit erhalten haben.

Zudem wurde Saba Kord Afshari zu 24 Jahren Haft verurteilt, weil sie gegen die Hijabpflicht protestiert hatte und es ablehnte, ein falsches Geständnis abzulegen.

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