Bolsonaro stellt „Brasilien über alles“

Designierter Präsident bezeichnet seine Wahl als „Mission Gottes“ und strebt „Säuberungen“ an.

Mit dem Slogan „Brasilien über alles. Gott über allem“ wird der Ultrarechte Jair Bolsonaro am 1. Januar das Präsidentenamt in Brasilien übernehmen. Damit wird er der 42. Präsident in der Geschichte des Landes und der 8. seit Ende der Militärdiktatur (1964-1985), die der Hauptmann der Reserve bewundert und deren verbrecherischen Charakter er relativiert.

Direkt nach dem Wahlsieg am 28. Oktober sagt Jair Bolsonaro: „Ich will zuerst Gott danken.“ Als nächstes bedankt er sich beim Krankenhauspersonal, das ihm nach einem Messerstich in den Bauch bei einem Wahlkampfauftritt das Leben gerettet hat: „Mit aller Sicherheit ist das eine Mission Gottes und wir sind bereit, sie zu erfüllen“, sagte er, um anzufügen: „Brasilien über alles“.

Bolsonaros patriotische Mission nennt er: das Land wieder „hinkriegen“, zur Ordnung zurückführen, „mit größeren Freiheiten für die Polizei“. Ein liberalerer Schusswaffengebrauch, auch gegen Kleinkriminelle, ist die angestrebte Grundlage für seine angekündigten „Säuberungen“.

Dem „anständigen und guten Bürger“ will er dadurch wieder den ihm zustehenden Raum garantieren: „Jeder Brasilianer soll wieder jede Straße im Land entlanggehen können“, formuliert Bolsonaro nach der Wahl sein Ziel.

Kampfbereit reagiert die brasilianische Linke auf Bolsonaros Wahlsieg und seine offensichtliche Menschenverachtung: „Unser erstes Wort ist ‚Resisteremos‘ (wir werden uns wehren). Wir leisten Widerstand bei der Verteidigung der Rechte des Volkes und der Freiheit“, steht auf der Homepage der Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, PT).

Eine Annäherung zwischen Bolsonaro und US-Präsident Donald Trump prognostiziert indes Steve Bannon, der ultrarechte Ex-Wahlkampfstratege Trumps. Der 65-jährige steht als strategischer Berater hinter Jair Bolsonaros Wahlkampf und dem gezielten Einsatz der sozialen Medien bei seiner „Mission“, die auch mit Fake-News operierte. Im Interview mit der größten brasilianischen Tageszeitung „Folha de São Paulo“ erklärt Bannon, der Kapitalismus von Bolsonaro würde Brasilien und die USA einen.

Auf die Frage nach Gemeinsamkeiten von Trump und Bolsonaro sieht er drei Hauptpunkte: In sehr konfusen Situationen würden sie es schaffen, die wichtigsten Probleme zu identifizieren und Lösungen zu artikulieren. Weil sie authentisch seien, würden sie eine Beziehung mit einem Massen-Publikum aufbauen, vor allem mit der arbeitenden Schicht und der Mittelschicht. Und schließlich hätten sie Charisma.

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